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Kategorie: Ausbildung
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20150213 134117 IMGGeschafft! Ich habe am 27.02.2015 nach 2,5-jähriger Ausbildung meine Tischler-/Schreinerausbildung in Berlin erfolgreich abgeschlossen und darf mich nun "Geselle" nennen.

Mein Gesellenstück ist ein Multifunktionsmöbel in Bambus und Multiplex:

und hört auf den Namen "Frieda". Warum?

 

Nun, meine kleine Enkelin, geboren am 10.03.2015, hört auf den Namen Frieda.

Auch dieses Stück habe ich weitgehend ohne irgendeine Unterstützung durch meinen Ausbildungsbetrieb entwickelt und gebaut. Tatsächlich habe ich mir für die Zeit des Bauens selbst einen kleinen Raum in einer Gemeinschaftswerkstatt* gemietet und dort alleine vor mich hin gearbeitet. Ich habe das Material selbst bestellt (und bezahlt) und den Arbeitsablauf alleine organisiert.

An dieser Stelle möchte ich doch einmal meine Kritik am Zustand der Handwerksausbildung in Berlin zum Ausdruck bringen: in sehr vielen Betrieben findet faktisch keinerlei strukturierte Ausbildung statt. Das muss sich ändern.

Nun, ich habe es ja trotzdem geschafft - und im Prozess verdammt viel gelernt.

Beschreibung

Entwurf eines Kinderbettes mit angebautem Schrankelement und anklappbarem Wickeltisch; Bettfläche höhenverstellbar;
Kinderbett kann umfunktioniert werden zu höhenverstellbarem Jugendschreibtisch mit Tischplattenneigung (Wickeltisch wird dabei zu offenem Regal); alle Teile werden beim Umbau wiederverwendet.

Ursprünglich wollte ich einen modern anmutenden Couchtisch bauen angelehnt an minimalistisches Bauhaus-Design. Den Entwurf hatte ich bereits im Jahr 2012 entwickelt.

Nach der Nachricht, dass meine Stieftochter schwanger sei und pünktlich zur Gesellenprüfung entbinden würde, stand für mich allerdings außer Frage, ein Kinderbett zu bauen.

Meine selbstgesteckte Vorgabe war, dass es möglichst viele Funktionen vereinen und nachhaltig sein sollte.

Die gewünschten Funktionen sind:

Die Grundideen sind:

Ich hoffe, mit dem vorliegenden Stück ist mir die Verwirklichung gelungen.

 

Mein Gesellenstück stellt quasi den Prototypen dar. Ich sammle nun die Erfahrungswerte und arbeite an der Verbesserung des Entwurfs.

 

Die Seitenwangen, die Bett-/Tischplatte und der Schrankkorpus bestehen aus HPL-beschichtetem Multiplex (Birke, 18mm und 27mm Stärke), Sprossengitter, Tischzarge und Wickeltisch aus Bambus (3-Schicht-Platte, Breitlamelle, 20mm und 27mm Stärke).

Der obligatorische Vollholzschubkasten mit eingelassenem Schloss besteht aus Eiche mit HPL-beschichtetem Doppel und ist offen gezinkt (Schwalbenschwanzzinkung). Der Schubkasten war für die Prüfung klassisch geführt, ließ sich aber nachträglich mit mechanischem Vollauszug versehen (Hettich).

Die sichtbaren Schmalkanten der Multiplexplatte habe ich mit einem Bambusumleimer versehen.

Alle Bambusteile sind mit einem Hartwachsöl auf Basis natürlicher Bestandteile ohne Mineralölprodukte geölt (Kreidezeit Hartwachsöl).

Hinweis: Der Entwurf für das Gesellenstück steht vorläufig nicht unter einer Creative Commons-Lizenz. Alle Rechte am Entwurf und der Idee vorbehalten.

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